Die Kinder des Papstes

Rom zu Zeiten der Renaissance: Sancha von Aragon ist die Enkelin des Königs von Neapel und wird mit Jofre, dem zweiten Sohn des Borgia-Papstes Alexander verheiratet. Dadurch gerät Sie an dessen “Hof” nach Rom und wird Mitglied der Herrscherfamilie Borgias.

Sancha gewährt dem Leser intime, detailgetreue und faszinierende Einblicke in den Borgia-Clan: Ausschweifungen, politische Ambitionen, Brudermord, Inzest, Ämterhandel, Racheakte, Kriege. „Der Papst und seine Kinder kennen keine Gnade…“

Da wäre zum einen Lucrezia, die Sancha anfangs die Feindschaft erklärt, jedoch bald zahm wird, da Sancha erfährt, das Lucrezia von ihrem Vater, dem Papst, missbraucht wird und zu allem Überfluss auch noch ein Kind von ihm erwartet.

Und zum anderen Cesare - der ältere Bruder Jofres. Er ist die Antwort auf Senchas sinnliche Träume. Sie verliebt sich unsterblich in Cesare und geht mit ihm eine leidenschaftliche Affäre ein. Doch als sie seinen Heiratsantrag ausschlägt, zeigt er sein wahres Gesicht – er ist ein skrupelloser Mörder und trachtet Sencha nach dem Leben. Doch Sanchas Rache wird fürchterlich sein!!

Jeanne Kalagridis gelingt es ausgezeichnet, die Charaktere glaubhaft und einrucksvoll zu beschreiben und das private Leben inmitten der Borgias für den Leser plastisch werden zu lassen. Man meint fast, mit Sancha im Neapel des Jahres 1499 zu sein.

Alles in allem ein toller historischer Schmöker, der nichts für schwache Nerven ist, da die Missetaten und Vergewaltigungen sehr genau und detailgetreu beschrieben werden.

Das Spannende: keiner der Hauptpersonen kann der Leser über den Weg trauen, denn jeder – mag er auch noch so sympathisch sein – könnte sich als ausgemachter Schurke erweisen…

Autor: Jeanne Kalogridis
Verlag: List 2005
Preis: 19,90 Euro

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