Das war der Hirbel

Der Hirbel ist ein Kind, das im Heim aufwächst. Nur zweimal hat er in einer richtigen Familie gelebt, doch das ging nicht lange gut. Seither wird er von einem Heim ins andere geschickt.

Der Hirbel ist nicht wie die anderen Kinder im Heim. Er ist für seine 9 Jahre viel zu klein, hat einen großen Kopf mit wilden, blonden Haaren und er bekommt immer Wutanfälle, bei denen er wild um sich schlägt. Darum wird er auch von den anderen Kindern gemieden. Die haben ja sowieso keine Ahnung – sagen nur der Hirbel sei nicht ganz richtig im Kopf. Aber das stimmt nicht.

Bei Hirbels Geburt wurde etwas falsch gemacht. Seither hat der Hirbel oft Kopfschmerzen und tut Dinge, über die die anderen lachen. Aber Hirbel weiß ganz genau was er tut und dumm ist er auch nicht. Er kann sich vielleicht nicht so gut ausdrücken wie die anderen, aber dennoch ist er sehr begabt.

Zum Beispiel kann der Hirbel wunderschön singen und sich jede Melodie merken, die man ihm vorspielt. Aber er singt nur, wenn er Lust dazu hat.
Hirbel ist auch sehr clever. So weiß er etwa ganz genau, wie er die Psychologinnen, die ihm immer untersuchen, beim Spielen täuschen kann – er hat die Spiele nämlich auswendig gelernt.
Und dann ist der Hirbel auch noch der allerbeste im Ausreisen. Mindestens einmal in der Woche gelingt es ihm, sich davon zu schleichen. Dann ist es für ihn, als wäre er in einer anderen Welt – etwas in Afrika bei wilden Löwen – obwohl es nur Schafe auf einer Wiese waren…

Peter Härtling erzählt eindrucksvoll auf eine sehr amüsante wie auch erste Weise von einem kleinen Jungen, der eigentlich gar nicht so anders ist, wie die anderen, der die gleichen Bedürfnis hat wie andere Kinder, der nur ein wenig mehr Zuwendung und Liebe braucht. Nur traurig, dass dies keiner so richtig erkennt…

„Das war der Hirbel“ sollte für alle – ob groß oder klein – Pflicht sein!

Autor: Peter Härtling
Verlag: Beltz und Gelberg - Hörbuch 2005
Preis: 16,90 Euro

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