Ein Tag mit Herrn Jules

Bisher hat Diane Broeckhoven Bücher für Kinder und Jugendliche geschrieben. Mit „Ein Tag mit Herrn Jules“ legt sie ein sehr warmherziges und ergreifendes Buch für die erwachsene Leserschaft vor…
Alice und Jules sind schon viele Jahre miteinander verheiratet. Nun sind sie alt und haben sich an das gemeinsame Leben so gewöhnt, dass vor Ritualen nur so strotzt. Jeden Morgen beginnt Jules mit einem dieser Rituale: Tisch decken und Kaffee aufsetzen. Währenddessen wird Alice im Schlafzimmer vom lieblichen Duft des Kaffees geweckt. Sie steht auf, um zusammen mit Jules zu frühstücken.
Doch dieser Morgen ist nicht wie die bisherigen. Alice findet Jules nicht in der Küche, sondern auf dem Ledersofa im Wohnzimmer sitzen – tot wie sie bald herausfindet. Erst ist sie voller Angst, Entsetzen und Traurigkeit, doch dann beschließt sie diesen einen Tag noch mit Jules allein zu verbringen, ohne Sohn, Ärzte oder Bestatter.
Sie macht einfach wie gewohnt weiter: Sie holt die Zeitung, trinkt zum letzten Mal von ihm gemachten Kaffee und redet mit ihm. Doch im gleichen Augenblick bricht sie die gewohnten Rituale, an denen jahrelang festgehalten wurde. Und damit beginnt Alice das Leben Revue passieren zu lassen: es offenbaren sich Geheimnisse wie die Affäre zwischen Jules und Olga oder das Baby, das Alice verlor.
Der einzige, der an diesem Tag bei Alice ist, ist der autistische Nachbarsjunge David. Er kommt jeden Tag um punkt 10 zur täglichen Schachpartie mit Jules. Und an diesem Tag wird der zu Alices Verbündeten, und verrät niemandem nicht, dass Jules tot ist.
Die Geschichte, so ungewöhnlich sie auch sein mag ist dennoch sehr bewegend, eindrucksvoll und wunderbar sanft erzählt - eine beeindruckende, einfühlsame und schöne Lektüre.
Autor: Diane Broeckhoven
Verlag: C.H.Beck 2005
Preis: 12,90 Euro
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